"„DIE WELT ANDERS”"
Annette Bastian
GALERIE KARIN SACHS
Augustenstrasse 48 D-80333 München Germany
Tel: + 49 89 201 12 50 mobile: 0171 68 201 78 e-mail:


13. November, 2020 > 9. Januayr, 2021




Eine Auswahl aus Annette Bastians reichem Gesamtwerk mit Bildobjekten, Gemälden und Zeichnungen erlaubt einen eindrucksvollen Überblick über ihr vielseitiges Schaffen von 1996 bis 2019.
Annette Bastians Bildwelten wirken freundlich vertraut. Erst bei näherem Hinsehen offenbaren sich Irritationen. Ihre Bildmotive – Menschen, Tiere, Haushaltsgeräte, Kleidungsstücke oder Lebensmittel – weisen Eigenschaften auf, die ihnen in der realen Alltagswelt, in der sie ihren Ausgang genommen haben, nicht zukommen. Dieses heitere Spiel unterlaufener Erwartungshaltungen zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Werk. Annette Bastian wirkt an der knappen Kippstelle zwischen dem Realen und dem Unmöglichen.
Auch das gewohnte perspektivische Sehen gerät aus den Fugen, wenn die Künstlerin ihre Motive eigenwillig im Bildraum verschränkt. Die Frauenfigur im Gemälde „nur im Museum“, 2019: sitzt sie oder steht sie, im Wasser oder in einem unbegrenzten Grünraum? Sind die rosafarbenen Schwünge Gewandfalten oder zeichnen sie ihre Beine? Trägt sie Kopfhörer, eine Mütze, eine besondere Haartracht? Was simpel zu sein scheint, ist diffizil und raffiniert vertrackt – mit einem verschmitzten Augenzwinkern präsentiert.
Die durch Konturen abgegrenzten Motive stehen auf freien, lichten Farbflächen. Sie werden isoliert und bisweilen im wahrsten Sinne herausgehoben. So bei den frühen Arbeiten von Annette Bastian, wenn sie die Sujets ihrem Umriss nach aus den bemalten MDF-Platten ausschnitt. Ihre Bildobjekte erinnern an Piktogramme oder Symbole. Bisweilen hat sie mehrere von ihnen wieder in neue Erzählzusammenhänge komponiert. Abweichungen in kleinen Einzelheiten halten das Betrachterauge auf Trapp und bei Laune. „Auf der Spur“ (2004) ist man regelrecht, wenn man den kleinen blauen Mann beobachtet, der sich auf einem unbestimmten, techniknahen Gerät zu schaffen macht. Bildwitz und Sprachwitz gehen eine Symbiose ein.
Vielen der Bildfiguren fließen Linien zu, als wären sie sichtbar gemachte Gedankenströme. Impulse aus der sichtbaren Welt liefern den Motivschatz für Annette Bastian, selbst Gesehenes aus der Zeitung, dem Internet oder aus der Werbung. Die Bilder werden aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst, per PC gezeichnet und sodann über Maus-Klicks von der Künstlerin um kleine Widersprüchlichkeiten bereichert. Das sehende Umdeuten von Geläufigem und die absurden Verwandlungen sind das Besondere an Annette Bastians Werken. Ihr feines Farbempfinden, mit dem sie die Bildflächen mit glatt aufgetragenen Acrylfarben komponiert, schafft ein großes Seh-Vergnügen.
Text: Dr. Mona Stocker
Annette Bastians Bildwelten wirken freundlich vertraut. Erst bei näherem Hinsehen offenbaren sich Irritationen. Ihre Bildmotive – Menschen, Tiere, Haushaltsgeräte, Kleidungsstücke oder Lebensmittel – weisen Eigenschaften auf, die ihnen in der realen Alltagswelt, in der sie ihren Ausgang genommen haben, nicht zukommen. Dieses heitere Spiel unterlaufener Erwartungshaltungen zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Werk. Annette Bastian wirkt an der knappen Kippstelle zwischen dem Realen und dem Unmöglichen.
Auch das gewohnte perspektivische Sehen gerät aus den Fugen, wenn die Künstlerin ihre Motive eigenwillig im Bildraum verschränkt. Die Frauenfigur im Gemälde „nur im Museum“, 2019: sitzt sie oder steht sie, im Wasser oder in einem unbegrenzten Grünraum? Sind die rosafarbenen Schwünge Gewandfalten oder zeichnen sie ihre Beine? Trägt sie Kopfhörer, eine Mütze, eine besondere Haartracht? Was simpel zu sein scheint, ist diffizil und raffiniert vertrackt – mit einem verschmitzten Augenzwinkern präsentiert.
Die durch Konturen abgegrenzten Motive stehen auf freien, lichten Farbflächen. Sie werden isoliert und bisweilen im wahrsten Sinne herausgehoben. So bei den frühen Arbeiten von Annette Bastian, wenn sie die Sujets ihrem Umriss nach aus den bemalten MDF-Platten ausschnitt. Ihre Bildobjekte erinnern an Piktogramme oder Symbole. Bisweilen hat sie mehrere von ihnen wieder in neue Erzählzusammenhänge komponiert. Abweichungen in kleinen Einzelheiten halten das Betrachterauge auf Trapp und bei Laune. „Auf der Spur“ (2004) ist man regelrecht, wenn man den kleinen blauen Mann beobachtet, der sich auf einem unbestimmten, techniknahen Gerät zu schaffen macht. Bildwitz und Sprachwitz gehen eine Symbiose ein.
Vielen der Bildfiguren fließen Linien zu, als wären sie sichtbar gemachte Gedankenströme. Impulse aus der sichtbaren Welt liefern den Motivschatz für Annette Bastian, selbst Gesehenes aus der Zeitung, dem Internet oder aus der Werbung. Die Bilder werden aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst, per PC gezeichnet und sodann über Maus-Klicks von der Künstlerin um kleine Widersprüchlichkeiten bereichert. Das sehende Umdeuten von Geläufigem und die absurden Verwandlungen sind das Besondere an Annette Bastians Werken. Ihr feines Farbempfinden, mit dem sie die Bildflächen mit glatt aufgetragenen Acrylfarben komponiert, schafft ein großes Seh-Vergnügen.
Text: Dr. Mona Stocker
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Annette Bastian |
EXHIBITION START: :
Friday November 13th 2020
4 p.m. - 8 p.m.
Friday November 13th 2020
4 p.m. - 8 p.m.
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Opening hours :
Wed - Fri: 13:00 - 18:00 Sat: 13:00 - 16:00 and by appointment
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